Trockene Winterhaut oder Ekzem?

Aktualisiert am 05.11.2026 · 6 Min. Lesezeit

Sym­pto­me rich­tig ein­ord­nen und die Haut­bar­rie­re gezielt behandeln

Im Win­ter ver­liert die Haut leich­ter Feuch­tig­keit. Kal­te Luft, beheiz­te Innen­räu­me, heis­ses Duschen und häu­fi­ges Waschen kön­nen die Haut­bar­rie­re zusätz­lich belasten.

Vie­le Men­schen bemer­ken dann raue, schup­pi­ge oder span­nen­de Haut. Meist lässt sich die­se tro­cke­ne Win­ter­haut mit einer ange­pass­ten Pfle­ge gut beruhigen.

Wenn jedoch aus­ge­präg­ter Juck­reiz, wie­der­keh­ren­de Ent­zün­dun­gen, Ris­se, Näs­sen oder klei­ne Bläs­chen hin­zu­kom­men, kann mehr dahin­ter­ste­cken. Dann soll­te geklärt wer­den, ob ein ato­pi­sches, irri­ta­ti­ves, all­er­gi­sches oder dys­hi­dro­si­for­mes Ekzem vorliegt.

Was unterscheidet trockene Haut von einem Ekzem?

Tro­cke­ne Haut ist in ers­ter Linie eine Stö­rung des Feuch­tig­keits- und Fett­ge­halts der äus­sers­ten Haut­schicht. Sie fühlt sich rau an, spannt und kann fein schuppen.

Ein Ekzem ist dage­gen eine ent­zünd­li­che Reak­ti­on der Haut. Typi­sche Zei­chen kön­nen sein:

  • aus­ge­präg­ter oder wie­der­keh­ren­der Juckreiz
  • ent­zün­de­te oder geschwol­le­ne Haut
  • Schup­pung und schmerz­haf­te Risse
  • klei­ne Bläschen
  • näs­sen­de oder ver­krus­te­te Stellen
  • wie­der­keh­ren­de Beschwer­den an den­sel­ben Körperstellen

Die Über­gän­ge kön­nen flies­send sein. Eine geschwäch­te Haut­bar­rie­re erleich­tert Ent­zün­dungs­re­ak­tio­nen, und auch tro­cke­ne Haut kann jucken. Des­halb lässt sich die Dia­gno­se nicht immer allein anhand eines ein­zel­nen Sym­ptoms stellen.

Ellenbeugenekzem bei Kindern

Bei Kin­dern ist eine ato­pi­sche Der­ma­ti­tis eine häu­fi­ge Ursa­che wie­der­keh­ren­der Ekze­me. Ein jucken­der Aus­schlag in den Haut­fal­ten, bei­spiels­wei­se in den Ellen­beu­gen oder Knie­keh­len, gehört zu den typi­schen Mustern.

Bei Säug­lin­gen und Klein­kin­dern kön­nen auch die Wan­gen oder die Streck­sei­ten der Arme und Bei­ne betrof­fen sein. Bei dunk­le­ren Haut­ty­pen kann die Rötung weni­ger auf­fäl­lig sein. Die Haut kann statt­des­sen vio­lett, grau-braun oder deut­lich ver­dickt erscheinen.

Für die Dia­gno­se zäh­len nicht nur das aktu­el­le Haut­bild, son­dern auch:

  • die Stär­ke des Juckreizes
  • das Alter bei Beginn der Beschwerden
  • der wie­der­keh­ren­de Verlauf
  • eine gene­rell tro­cke­ne Haut
  • per­sön­li­che oder fami­liä­re ato­pi­sche Erkran­kun­gen wie Asth­ma oder Heuschnupfen

Nicht jedes Ekzem bei einem Kind erfor­dert auto­ma­tisch einen All­er­gie­test. Eine geziel­te All­er­gie­ab­klä­rung ist vor allem dann sinn­voll, wenn die Vor­ge­schich­te oder der The­ra­pie­ver­lauf einen kon­kre­ten Ver­dacht ergibt.

Dyshidrosiformes Handekzem

Das dys­hi­dro­si­for­me Ekzem, auch Pompho­lyx genannt, zeigt sich durch klei­ne, tief sit­zen­de und häu­fig stark jucken­de Bläs­chen an den Hand­flä­chen, den Sei­ten der Fin­ger oder sel­te­ner an den Fusssohlen.

Die Bläs­chen kön­nen zusam­men­flies­sen. Nach eini­gen Wochen schuppt die Haut häu­fig ab und kann tro­cken oder ris­sig bleiben.

Die Erkran­kung ent­steht nicht, wie frü­her ange­nom­men, durch ver­stopf­te Schweiss­drü­sen. Mög­li­che begüns­ti­gen­de Fak­to­ren sind:

  • irri­ta­ti­ve Kon­tak­te, bei­spiels­wei­se durch häu­fi­ges Hän­de­wa­schen oder Reinigungsmittel
  • all­er­gi­sche Kon­takt­re­ak­tio­nen, unter ande­rem auf bestimm­te Metalle
  • star­kes Schwitzen
  • bei man­chen Betrof­fe­nen eine Pilz­in­fek­ti­on an den Füssen
  • beruf­li­che Feucht­ar­beit oder wie­der­keh­ren­der Kon­takt mit rei­zen­den Substanzen

Bei ein­sei­ti­gen, chro­ni­schen oder unge­wöhn­li­chen Ver­än­de­run­gen müs­sen unter ande­rem eine Pilz­in­fek­ti­on, Kon­takt­all­er­gie, Pso­ria­sis oder ande­re bla­sen­bil­den­de Erkran­kun­gen aus­ge­schlos­sen werden.

Welche Behandlung hilft?

Die Behand­lung rich­tet sich nach der Ekzem­form, dem Schwe­re­grad, dem Alter und der betrof­fe­nen Körperstelle.

Eine regel­mäs­si­ge Basis­pfle­ge unter­stützt die Haut­bar­rie­re und bleibt auch in beschwer­de­ar­men Pha­sen wich­tig. Bei einer akti­ven Ent­zün­dung rei­chen Pfle­ge­pro­duk­te allein jedoch häu­fig nicht aus. Dann kön­nen ärzt­lich ver­ord­ne­te ent­zün­dungs­hem­men­de Cremes oder Sal­ben erfor­der­lich sein.

Fol­gen­de Mass­nah­men kön­nen die Haut­bar­rie­re unterstützen:

  • unpar­fü­mier­te und gut ver­träg­li­che rück­fet­ten­de Pfle­ge regel­mäs­sig anwenden
  • die Haut beson­ders nach dem Waschen eincremen
  • kurz und lau­warm statt lan­ge und heiss duschen oder baden
  • mil­de, sei­fen­freie Rei­ni­gungs­pro­duk­te verwenden
  • die Haut sanft tro­cken tup­fen und nicht kräf­tig abrubbeln
  • bei Hand­ek­ze­men Feucht­ar­beit, Rei­ni­gungs­mit­tel und beruf­li­che Belas­tun­gen berücksichtigen
  • geeig­ne­te Schutz­hand­schu­he situa­ti­ons­ge­recht einsetzen
  • ent­zün­dungs­hem­men­de Medi­ka­men­te nach einem zur Kör­per­stel­le und zum Alter pas­sen­den The­ra­pie­plan anwenden

Bei Kin­dern bil­den Emol­li­en­zi­en die Grund­la­ge der Behand­lung. Topi­sche Kor­ti­kos­te­ro­ide wer­den nach Schwe­re­grad und Kör­per­re­gi­on aus­ge­wählt. Rich­tig ein­ge­setzt über­wiegt ihr Nut­zen die mög­li­chen Risi­ken. Poten­te Prä­pa­ra­te bei Säug­lin­gen oder sehr star­ke Kor­ti­kos­te­ro­ide gehö­ren jedoch in fach­ärzt­li­che Hände.

Bei einem chro­ni­schen oder aty­pi­schen Hand­ek­zem kön­nen je nach Ver­dacht eine Epi­ku­tan­tes­tung zum Nach­weis einer Kon­takt­all­er­gie oder eine Pilz­dia­gnos­tik sinn­voll sein.

Wann ist eine rasche medizinische Beurteilung wichtig?

Näs­sen­de Haut, Pus­teln, Krus­ten, eine rasche Ver­schlech­te­rung, feh­len­des Anspre­chen auf die bis­he­ri­ge Behand­lung, Fie­ber oder all­ge­mei­nes Unwohl­sein kön­nen auf eine zusätz­li­che Infek­ti­on hinweisen.

Nicht jedes näs­sen­de Ekzem benö­tigt Anti­bio­ti­ka. Die­se Zei­chen soll­ten jedoch ärzt­lich beur­teilt werden.

Bei Kin­dern sind plötz­lich auf­tre­ten­de, schmerz­haf­te und rasch zuneh­men­de Haut­ver­än­de­run­gen mit grup­pier­ten Bläs­chen oder gleich­för­mi­gen klei­nen Ero­sio­nen beson­ders dring­lich. Es könn­te ein Ecze­ma her­pe­ti­ca­tum vor­lie­gen. In die­sem Fall ist eine medi­zi­ni­sche Beur­tei­lung am sel­ben Tag erforderlich.

Häufige Fragen

Ist jedes Ellenbeugenekzem bei einem Kind Neurodermitis?

Nein. Das Mus­ter ist typisch für eine ato­pi­sche Der­ma­ti­tis. Auch irri­ta­ti­ve oder all­er­gi­sche Kon­takt­ek­ze­me und ande­re Haut­er­kran­kun­gen sind jedoch mög­lich. Ent­schei­dend sind die Unter­su­chung und der bis­he­ri­ge Verlauf.

Muss bei einem Kind mit Ekzem immer eine Allergie getestet werden?

Nein. Bei einem mil­den ato­pi­schen Ekzem ohne kon­kre­te Hin­wei­se ist eine brei­te All­er­gie­tes­tung meist nicht not­wen­dig. Sie wird gezielt ein­ge­setzt, wenn Beschwer­den, mög­li­che Expo­si­tio­nen oder der The­ra­pie­ver­lauf einen Ver­dacht begründen.

Ist ein dyshidrosiformes Ekzem ansteckend?

Das Ekzem selbst ist nicht anste­ckend. Ähn­lich aus­se­hen­de Pilz­in­fek­tio­nen oder zusätz­li­che bak­te­ri­el­le Infek­tio­nen müs­sen jedoch bei ent­spre­chen­den Hin­wei­sen aus­ge­schlos­sen werden.

Darf man die kleinen Bläschen aufstechen?

Nein. Dadurch ent­ste­hen zusätz­li­che Haut­ver­let­zun­gen und das Infek­ti­ons­ri­si­ko steigt. Bei star­kem Juck­reiz, gros­sen Bla­sen oder wie­der­keh­ren­den Beschwer­den soll­te eine der­ma­to­lo­gi­sche Behand­lung erfolgen.

Wann reicht eine Feuchtigkeitscreme nicht mehr aus?

Wenn die Haut deut­lich ent­zün­det ist, stark juckt, ein­reisst, nässt, Bläs­chen bil­det oder trotz kon­se­quen­ter Pfle­ge nicht bes­ser wird, ist eine medi­zi­ni­sche Beur­tei­lung sinnvoll.

Dermatologische Abklärung in Zürich

Ekze­me kön­nen sehr unter­schied­lich aus­se­hen und meh­re­re Ursa­chen gleich­zei­tig haben. In der Swiss Der­ma Cli­nic beur­tei­len wir das Haut­bild, den Ver­lauf und mög­li­che Aus­lö­ser und erstel­len einen indi­vi­du­el­len Behand­lungs­plan für Kin­der und Erwachsene.

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Die­ser Bei­trag dient der all­ge­mei­nen Infor­ma­ti­on und ersetzt kei­ne per­sön­li­che medi­zi­ni­sche Unter­su­chung. Behand­lun­gen, ins­be­son­de­re bei Kin­dern, müs­sen indi­vi­du­ell fest­ge­legt werden.

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