Woran erkenne ich Nagelpilz und was kann ich selbst tun?

Aktualisiert am 06.11.2026 · 8 Min. Lesezeit

Kurz beant­wor­tet: Nagel­pilz kann sich durch weiss­li­che, gelb­li­che oder bräun­li­che Ver­fär­bun­gen, ver­dick­te Nägel und brö­ckeln­de Nagel­rän­der zei­gen. Am Aus­se­hen allein lässt sich jedoch nicht sicher erken­nen, ob tat­säch­lich ein Pilz dahin­ter­steckt. Sie kön­nen Ihre Füs­se tro­cken hal­ten, die Nägel scho­nend pfle­gen und per­sön­li­che Pfle­ge­uten­si­li­en getrennt benut­zen. Wel­che Behand­lung passt, hängt vom Pilz­nach­weis, vom Aus­mass der Ver­än­de­run­gen und von Ihrer Gesund­heit ab.

1. Prüfen Sie Nägel und Haut

Der medi­zi­ni­sche Begriff für Nagel­pilz lau­tet Ony­cho­my­ko­se. Betrof­fen sein kön­nen Fin­ger- und Zehen­nä­gel. An den Füs­sen beginnt die Ver­än­de­rung oft am vor­de­ren oder seit­li­chen Nagel­rand. Sie kann sich nach und nach wei­ter ausbreiten.

Betrach­ten Sie Ihre Nägel bei gutem Licht. Die fol­gen­de Prüf­lis­te hilft Ihnen, Ver­än­de­run­gen für ein Bera­tungs­ge­spräch zu beschreiben:

  • Far­be: Sind weiss­li­che, gelb­li­che oder bräun­li­che Stel­len hinzugekommen?
  • Dicke: Ist ein Nagel dicker gewor­den oder lässt er sich schlech­ter schneiden?
  • Ober­flä­che und Rand: Wirkt der Nagel rau, split­tert er oder brö­ckelt die Spitze?
  • Ver­bin­dung zum Nagel­bett: Hebt sich ein Teil des Nagels ab oder sam­melt sich dar­un­ter brö­se­li­ges Material?
  • Umge­ben­de Haut: Juckt oder schuppt die Haut zwi­schen den Zehen? Gibt es dort Risse?

Die Haut­zei­chen kön­nen zu einem beglei­ten­den Fuss­pilz pas­sen. Eine sol­che Infek­ti­on kann auf die Nägel über­grei­fen und soll­te mit­be­han­delt wer­den. Auch ohne Schmer­zen ist Nagel­pilz mög­lich. Umge­kehrt beweist kei­nes der genann­ten Zei­chen für sich allein eine Pilzinfektion.

2. Denken Sie an andere Ursachen

Ein ver­färb­ter Nagel ist nicht auto­ma­tisch ein Pilz­na­gel. Druck durch Schu­he, eine Ver­let­zung oder eine Schup­pen­flech­te kön­nen ähn­li­che Ver­än­de­run­gen ver­ur­sa­chen. Klei­ne Grüb­chen in den Nägeln kön­nen bei­spiels­wei­se bei einer Nagelp­so­ria­sis vor­kom­men. Auch kos­me­ti­scher Nagel­lack kann die Nagel­far­be verändern.

Beob­ach­tung Kann pas­sen zu Was hilft bei der Einordnung
Gelb­li­che, ver­dick­te Zehen­nä­gel mit brö­ckeln­dem Rand Nagel­pilz, aber auch Druck durch Schuhe Unter­su­chung von Nagelmaterial
Jucken­de, schup­pen­de Haut zwi­schen den Zehen Beglei­ten­der Fusspilz Haut und Nägel gemein­sam beur­tei­len lassen
Klei­ne Grüb­chen in meh­re­ren Nägeln Nagelp­so­ria­sis Haut und Kopf­haut mit beur­tei­len lassen
Ver­fär­bung nach einem Stoss oder neu­en Schuhen Ver­let­zung oder Druckschaden Ver­lauf beob­ach­ten, ob die Stel­le herauswächst
Gelb­li­che Nägel nach häu­fi­gem Nagellack Ver­fär­bung durch Lack Pau­se ohne Lack, dann neu beurteilen

Über­le­gen Sie vor der Abklä­rung, wann Ihnen die Ver­än­de­rung auf­ge­fal­len ist: Gab es eine Ver­let­zung, neue drü­cken­de Schu­he oder eine bekann­te Haut­er­kran­kung? Wel­che Nägel sind betrof­fen? Wur­de bereits ein Mit­tel auf­ge­tra­gen? Die­se Anga­ben hel­fen bei der Ein­ord­nung. Ein Foto kann den Ver­lauf doku­men­tie­ren, ersetzt aber kei­nen Pilznachweis.

Die Prüf­lis­te stellt kei­ne Diagnose

Für einen ver­läss­li­chen Nach­weis wird ver­än­der­tes Nagel­ma­te­ri­al unter­sucht. Ein neu ent­stan­de­ner oder sich ver­än­dern­der dunk­ler Längs­strei­fen soll­te der­ma­to­lo­gisch beur­teilt wer­den. Behan­deln Sie ihn nicht auf eige­ne Faust als Nagelpilz.

3. Das können Sie selbst tun

Mit sorg­fäl­ti­ger Pfle­ge kön­nen Sie die Behand­lung unter­stüt­zen und mög­li­che Über­tra­gungs­we­ge ver­rin­gern. Hygie­ne allein besei­tigt einen bestehen­den Nagel­pilz jedoch nicht zuver­läs­sig. Gehen Sie die fol­gen­den Punk­te in Ihrem All­tag durch:

  • Füs­se gut trock­nen: Trock­nen Sie nach dem Waschen auch die Zwi­schen­räu­me der Zehen sorg­fäl­tig ab. Las­sen Sie die Haut nicht unnö­tig feucht.
  • Socken und Schu­he wech­seln: Zie­hen Sie täg­lich fri­sche Socken an, bei star­kem Schwit­zen auch zwi­schen­durch. Las­sen Sie Schu­he voll­stän­dig trock­nen und wäh­len Sie gut pas­sen­de, luf­ti­ge Modelle.
  • Wäsche pas­send rei­ni­gen: Waschen Sie Socken und Hand­tü­cher bei 60 °C, sofern das Mate­ri­al dafür geeig­net ist.
  • Eige­ne Uten­si­li­en benut­zen: Tei­len Sie Nagel­sche­ren, Knip­ser, Fei­len, Schu­he und Hand­tü­cher nicht. Rei­ni­gen Sie Nagel­werk­zeu­ge nach Gebrauch und des­in­fi­zie­ren Sie sie mit einem dafür geeig­ne­ten Mit­tel gemäss Gebrauchsanweisung.
  • Nägel vor­sich­tig kür­zen: Schnei­den Sie Zehen­nä­gel gera­de und nicht tief an den Sei­ten. Boh­ren oder krat­zen Sie nicht mit spit­zen Gegen­stän­den unter dem Nagel und reis­sen Sie gelös­te Nagel­tei­le nicht ab.
  • In Gemein­schafts­be­rei­chen schüt­zen: Tra­gen Sie in Schwimm­bä­dern, Umklei­den und Gemein­schafts­du­schen Bade­schu­he. Bei bestä­tig­tem Nagel­pilz kann auch die geeig­ne­te Des­in­fek­ti­on des Schuh­werks Teil der Vor­beu­gung sein.

Sind die Nägel zu dick zum siche­ren Schnei­den oder errei­chen Sie Ihre Füs­se schlecht, holen Sie Unter­stüt­zung. Unse­re medi­zi­ni­sche Fuss­pfle­ge in Zürich umfasst auch die Betreu­ung bei Nagel­pro­ble­men. Das fach­ge­rech­te Kür­zen und Abtra­gen ver­dick­ter Nagel­an­tei­le kann eine Pilz­be­hand­lung ergän­zen. Es ersetzt die Abklä­rung der Ursa­che nicht.

4. Prüfen Sie die passende Behandlung

Bei einer bestä­tig­ten, begrenz­ten Infek­ti­on kann ein pilz­hem­men­der medi­zi­ni­scher Nagel­lack infra­ge kom­men. Ent­schei­dend ist unter ande­rem, wie viel vom Nagel betrof­fen ist und ob die Nagel­wur­zel betei­ligt ist. Las­sen Sie sich zur Aus­wahl und Anwen­dung bera­ten, statt einen belie­bi­gen Lack auf jede Nagel­ver­än­de­rung aufzutragen.

Prü­fen Sie vor dem Start: Ist das Mit­tel aus­drück­lich für Nagel­pilz vor­ge­se­hen? Wie wird der Nagel vor­be­rei­tet? Wie häu­fig müs­sen Sie es anwen­den und wie wer­den Lack­res­te ent­fernt? Die Vor­ga­ben unter­schei­den sich je nach Prä­pa­rat. Hal­ten Sie sich an die Packungs­bei­la­ge und den ver­ein­bar­ten Behand­lungs­plan. Eine gewöhn­li­che Creme gegen Fuss­pilz ist nicht auto­ma­tisch auch zur Behand­lung des Nagels geeignet.

Bei stär­ke­rem Befall, meh­re­ren betrof­fe­nen Nägeln oder Betei­li­gung der Nagel­wur­zel kann eine ärzt­lich ver­ord­ne­te Behand­lung mit Tablet­ten nötig wer­den, oft zusam­men mit einer äus­ser­li­chen Behand­lung. Vor­her sind die Dia­gno­se, mög­li­che Wech­sel­wir­kun­gen und Vor­er­kran­kun­gen zu prü­fen. Je nach Medi­ka­ment gehö­ren Blut­kon­trol­len dazu.

Rech­nen Sie mit einer Behand­lung über Mona­te. Der geschä­dig­te Nagel muss her­aus­wach­sen, auch wenn die Infek­ti­on bereits zurück­geht. Ein kla­rer nach­wach­sen­der Abschnitt am Nagel­an­satz kann ein gutes Zei­chen sein, beweist aber noch nicht, dass die Infek­ti­on voll­stän­dig besei­tigt ist. Set­zen Sie die Behand­lung des­halb nicht eigen­stän­dig ab, sobald der Nagel bes­ser aussieht.

Für Haus­mit­tel wie Tee­baum­öl feh­len aus­rei­chend ver­läss­li­che Bele­ge als Ersatz für eine eta­blier­te Nagel­pilz­be­hand­lung. Auch gewöhn­li­cher kos­me­ti­scher Nagel­lack behan­delt den Pilz nicht. Bespre­chen Sie zusätz­li­che Mit­tel, bevor Sie die­se mit Ihrer The­ra­pie kombinieren.

5. Wann ist ärztlicher Rat wichtig?

Las­sen Sie eine unkla­re Nagel­ver­än­de­rung abklä­ren, beson­ders wenn sie fort­schrei­tet, wei­te­re Nägel betrifft oder beim Gehen stört. Auch wenn eine kor­rekt ange­wen­de­te Behand­lung nicht hilft, soll­te die Dia­gno­se erneut geprüft wer­den. Ein­fach immer neue Mit­tel aus­zu­pro­bie­ren, kann eine ande­re Ursa­che über­se­hen lassen.

Früh­zei­tig ärzt­lich bera­ten las­sen soll­ten Sie sich bei Dia­be­tes, Durch­blu­tungs­stö­run­gen, ver­min­der­tem Gefühl in den Füs­sen oder geschwäch­ter Immun­ab­wehr. Bear­bei­ten Sie ver­dick­te Nägel dann nicht selbst mit schar­fen Werk­zeu­gen. Bei Kin­dern sowie in Schwan­ger­schaft und Still­zeit soll­te vor einer Behand­lung geklärt wer­den, wel­che Mit­tel geeig­net sind.

Ist die Haut am Zeh schmerz­haft, heiss und geschwol­len oder brei­tet sich eine Rötung aus, las­sen Sie dies rasch ärzt­lich beur­tei­len. Das kann auf eine zusätz­li­che Haut­in­fek­ti­on hin­deu­ten. Eine sol­che Ent­zün­dung soll­te nicht allein mit einem Nagel­lack behan­delt werden.

6. So klären wir den Verdacht ab

In der Swiss Der­ma Cli­nic in Zürich bie­ten wir die Abklä­rung und Behand­lung von Nagel­pilz an. Auf unse­rer Leis­tungs­sei­te beschrei­ben wir die mikro­sko­pi­sche Unter­su­chung und den Nach­weis von gene­ti­schem Pilz­ma­te­ri­al. Damit lässt sich der Ver­dacht geziel­ter über­prü­fen als allein durch das Aus­se­hen des Nagels.

Tei­len Sie uns mit, wel­che Medi­ka­men­te Sie ein­neh­men und ob Sie bereits Pilz­mit­tel ange­wen­det haben. Eine Vor­be­hand­lung kann die Unter­su­chung beein­flus­sen. Fra­gen Sie vor dem Ter­min nach der Vor­be­rei­tung für eine Nagel­pro­be. Set­zen Sie eine ver­ord­ne­te The­ra­pie nicht ohne Rück­spra­che ab.

Zu unse­rem Ange­bot gehört auch eine Laser­be­hand­lung, die wir in der Regel mit einer äus­ser­li­chen Behand­lung wie einem medi­zi­ni­schen Nagel­lack kom­bi­nie­ren. Ob sie für Sie sinn­voll ist, bespre­chen wir nach dem Befund. Als allei­ni­ge Behand­lung ist der Laser weni­ger gut unter­sucht als Lack und Tablet­ten, und ein bestimm­tes Ergeb­nis lässt sich bei kei­ner Metho­de zusa­gen. Infor­ma­tio­nen zu unse­rem Ange­bot fin­den Sie auf der Sei­te zur Nagel­pilz­be­hand­lung in Zürich.

Häufige Fragen

Ist Nagelpilz ansteckend?

Die Erre­ger kön­nen über gemein­sam benutz­te Gegen­stän­de und belas­te­te Ober­flä­chen wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Des­halb sind eige­ne Nagel­werk­zeu­ge, Hand­tü­cher und Schu­he sinn­voll. Nicht jeder Kon­takt führt zu einer Infek­ti­on. Feuch­tig­keit und vor­ge­schä­dig­te Nägel kön­nen sie begünstigen.

Verschwindet Nagelpilz von selbst?

Dar­auf soll­ten Sie sich nicht ver­las­sen. Eine bestehen­de Infek­ti­on bleibt in der Regel bestehen. Ob und wie behan­delt wird, hängt auch von Beschwer­den und per­sön­li­chen Risi­ken ab. Nicht jede leich­te Ver­än­de­rung ver­langt sofort Tablet­ten, aber zunächst eine ver­läss­li­che Einordnung.

Muss ein befallener Nagel entfernt werden?

Nicht grund­sätz­lich. Je nach Befund kann es genü­gen, ver­dick­te oder gelös­te Antei­le fach­ge­recht abzu­tra­gen und die Infek­ti­on gezielt zu behan­deln. Eine Ent­fer­nung des Nagels kommt nur in aus­ge­wähl­ten Situa­tio­nen infra­ge. Ent­fer­nen Sie den Nagel nicht selbst.

Warum sieht der Nagel noch verändert aus?

Ein behan­del­ter Nagel wird nicht sofort wie­der glatt und klar. Ver­än­der­te Antei­le wach­sen lang­sam her­aus. Manch­mal blei­ben Nagel­schä­den trotz besei­tig­ter Infek­ti­on sicht­bar. Des­halb sind Aus­se­hen und Pilz­nach­weis unter­schied­li­che Kri­te­ri­en bei der Beur­tei­lung des Erfolgs.

Kann Nagelpilz nach der Behandlung wiederkommen?

Ja. Ein Rück­fall oder eine erneu­te Anste­ckung ist mög­lich. Behan­deln Sie beglei­ten­den Fuss­pilz, hal­ten Sie die Füs­se tro­cken und ach­ten Sie wei­ter auf per­sön­li­che Pfle­ge­uten­si­li­en. Bei neu­en Ver­än­de­run­gen ist eine erneu­te Abklä­rung sinnvoll.

Die­ser Bei­trag ersetzt kei­ne ärzt­li­che Untersuchung.

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