Symptome richtig einordnen und die Hautbarriere gezielt behandeln
Im Winter verliert die Haut leichter Feuchtigkeit. Kalte Luft, beheizte Innenräume, heisses Duschen und häufiges Waschen können die Hautbarriere zusätzlich belasten.
Viele Menschen bemerken dann raue, schuppige oder spannende Haut. Meist lässt sich diese trockene Winterhaut mit einer angepassten Pflege gut beruhigen.
Wenn jedoch ausgeprägter Juckreiz, wiederkehrende Entzündungen, Risse, Nässen oder kleine Bläschen hinzukommen, kann mehr dahinterstecken. Dann sollte geklärt werden, ob ein atopisches, irritatives, allergisches oder dyshidrosiformes Ekzem vorliegt.
Was unterscheidet trockene Haut von einem Ekzem?
Trockene Haut ist in erster Linie eine Störung des Feuchtigkeits- und Fettgehalts der äussersten Hautschicht. Sie fühlt sich rau an, spannt und kann fein schuppen.
Ein Ekzem ist dagegen eine entzündliche Reaktion der Haut. Typische Zeichen können sein:
- ausgeprägter oder wiederkehrender Juckreiz
- entzündete oder geschwollene Haut
- Schuppung und schmerzhafte Risse
- kleine Bläschen
- nässende oder verkrustete Stellen
- wiederkehrende Beschwerden an denselben Körperstellen
Die Übergänge können fliessend sein. Eine geschwächte Hautbarriere erleichtert Entzündungsreaktionen, und auch trockene Haut kann jucken. Deshalb lässt sich die Diagnose nicht immer allein anhand eines einzelnen Symptoms stellen.
Ellenbeugenekzem bei Kindern
Bei Kindern ist eine atopische Dermatitis eine häufige Ursache wiederkehrender Ekzeme. Ein juckender Ausschlag in den Hautfalten, beispielsweise in den Ellenbeugen oder Kniekehlen, gehört zu den typischen Mustern.
Bei Säuglingen und Kleinkindern können auch die Wangen oder die Streckseiten der Arme und Beine betroffen sein. Bei dunkleren Hauttypen kann die Rötung weniger auffällig sein. Die Haut kann stattdessen violett, grau-braun oder deutlich verdickt erscheinen.
Für die Diagnose zählen nicht nur das aktuelle Hautbild, sondern auch:
- die Stärke des Juckreizes
- das Alter bei Beginn der Beschwerden
- der wiederkehrende Verlauf
- eine generell trockene Haut
- persönliche oder familiäre atopische Erkrankungen wie Asthma oder Heuschnupfen
Nicht jedes Ekzem bei einem Kind erfordert automatisch einen Allergietest. Eine gezielte Allergieabklärung ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Vorgeschichte oder der Therapieverlauf einen konkreten Verdacht ergibt.
Dyshidrosiformes Handekzem
Das dyshidrosiforme Ekzem, auch Pompholyx genannt, zeigt sich durch kleine, tief sitzende und häufig stark juckende Bläschen an den Handflächen, den Seiten der Finger oder seltener an den Fusssohlen.
Die Bläschen können zusammenfliessen. Nach einigen Wochen schuppt die Haut häufig ab und kann trocken oder rissig bleiben.
Die Erkrankung entsteht nicht, wie früher angenommen, durch verstopfte Schweissdrüsen. Mögliche begünstigende Faktoren sind:
- irritative Kontakte, beispielsweise durch häufiges Händewaschen oder Reinigungsmittel
- allergische Kontaktreaktionen, unter anderem auf bestimmte Metalle
- starkes Schwitzen
- bei manchen Betroffenen eine Pilzinfektion an den Füssen
- berufliche Feuchtarbeit oder wiederkehrender Kontakt mit reizenden Substanzen
Bei einseitigen, chronischen oder ungewöhnlichen Veränderungen müssen unter anderem eine Pilzinfektion, Kontaktallergie, Psoriasis oder andere blasenbildende Erkrankungen ausgeschlossen werden.
Welche Behandlung hilft?
Die Behandlung richtet sich nach der Ekzemform, dem Schweregrad, dem Alter und der betroffenen Körperstelle.
Eine regelmässige Basispflege unterstützt die Hautbarriere und bleibt auch in beschwerdearmen Phasen wichtig. Bei einer aktiven Entzündung reichen Pflegeprodukte allein jedoch häufig nicht aus. Dann können ärztlich verordnete entzündungshemmende Cremes oder Salben erforderlich sein.
Folgende Massnahmen können die Hautbarriere unterstützen:
- unparfümierte und gut verträgliche rückfettende Pflege regelmässig anwenden
- die Haut besonders nach dem Waschen eincremen
- kurz und lauwarm statt lange und heiss duschen oder baden
- milde, seifenfreie Reinigungsprodukte verwenden
- die Haut sanft trocken tupfen und nicht kräftig abrubbeln
- bei Handekzemen Feuchtarbeit, Reinigungsmittel und berufliche Belastungen berücksichtigen
- geeignete Schutzhandschuhe situationsgerecht einsetzen
- entzündungshemmende Medikamente nach einem zur Körperstelle und zum Alter passenden Therapieplan anwenden
Bei Kindern bilden Emollienzien die Grundlage der Behandlung. Topische Kortikosteroide werden nach Schweregrad und Körperregion ausgewählt. Richtig eingesetzt überwiegt ihr Nutzen die möglichen Risiken. Potente Präparate bei Säuglingen oder sehr starke Kortikosteroide gehören jedoch in fachärztliche Hände.
Bei einem chronischen oder atypischen Handekzem können je nach Verdacht eine Epikutantestung zum Nachweis einer Kontaktallergie oder eine Pilzdiagnostik sinnvoll sein.
Wann ist eine rasche medizinische Beurteilung wichtig?
Nässende Haut, Pusteln, Krusten, eine rasche Verschlechterung, fehlendes Ansprechen auf die bisherige Behandlung, Fieber oder allgemeines Unwohlsein können auf eine zusätzliche Infektion hinweisen.
Nicht jedes nässende Ekzem benötigt Antibiotika. Diese Zeichen sollten jedoch ärztlich beurteilt werden.
Bei Kindern sind plötzlich auftretende, schmerzhafte und rasch zunehmende Hautveränderungen mit gruppierten Bläschen oder gleichförmigen kleinen Erosionen besonders dringlich. Es könnte ein Eczema herpeticatum vorliegen. In diesem Fall ist eine medizinische Beurteilung am selben Tag erforderlich.
Häufige Fragen
Ist jedes Ellenbeugenekzem bei einem Kind Neurodermitis?
Nein. Das Muster ist typisch für eine atopische Dermatitis. Auch irritative oder allergische Kontaktekzeme und andere Hauterkrankungen sind jedoch möglich. Entscheidend sind die Untersuchung und der bisherige Verlauf.
Muss bei einem Kind mit Ekzem immer eine Allergie getestet werden?
Nein. Bei einem milden atopischen Ekzem ohne konkrete Hinweise ist eine breite Allergietestung meist nicht notwendig. Sie wird gezielt eingesetzt, wenn Beschwerden, mögliche Expositionen oder der Therapieverlauf einen Verdacht begründen.
Ist ein dyshidrosiformes Ekzem ansteckend?
Das Ekzem selbst ist nicht ansteckend. Ähnlich aussehende Pilzinfektionen oder zusätzliche bakterielle Infektionen müssen jedoch bei entsprechenden Hinweisen ausgeschlossen werden.
Darf man die kleinen Bläschen aufstechen?
Nein. Dadurch entstehen zusätzliche Hautverletzungen und das Infektionsrisiko steigt. Bei starkem Juckreiz, grossen Blasen oder wiederkehrenden Beschwerden sollte eine dermatologische Behandlung erfolgen.
Wann reicht eine Feuchtigkeitscreme nicht mehr aus?
Wenn die Haut deutlich entzündet ist, stark juckt, einreisst, nässt, Bläschen bildet oder trotz konsequenter Pflege nicht besser wird, ist eine medizinische Beurteilung sinnvoll.
Dermatologische Abklärung in Zürich
Ekzeme können sehr unterschiedlich aussehen und mehrere Ursachen gleichzeitig haben. In der Swiss Derma Clinic beurteilen wir das Hautbild, den Verlauf und mögliche Auslöser und erstellen einen individuellen Behandlungsplan für Kinder und Erwachsene.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche medizinische Untersuchung. Behandlungen, insbesondere bei Kindern, müssen individuell festgelegt werden.





