Die Krätze, medizinisch Skabies genannt, ist eine hoch ansteckende Hauterkrankung, die durch die Krätzmilbe Sarcoptes scabiei verursacht wird. Diese parasitäre Erkrankung kommt weltweit vor und betrifft Menschen aller sozialen Schichten. Die Übertragung erfolgt fast ausschließlich durch direkten, längeren Haut-zu-Haut-Kontakt mit einer infizierten Person. Besonders ansteckend ist intensiver körperlicher Kontakt wie beim Geschlechtsverkehr oder Kuscheln. Auch in Gemeinschaftseinrichtungen kann es zu Übertragungen kommen. Die weibliche Krätzmilbe gräbt sich in die oberste Hautschicht ein und legt dort Eier ab. Diese Milbengänge sind charakteristisch für die Erkrankung. Die Inkubationszeit beträgt bei Erstinfektion zwei bis sechs Wochen. Das Hauptsymptom ist intensiver Juckreiz, der nachts und in Bettwärme deutlich zunimmt. Auf der Haut zeigen sich charakteristische Milbengänge als feine, rötlich-bräunliche Linien. Bevorzugte Stellen sind die Fingerzwischenräume, Handgelenke, Achselhöhlen, Bauchnabel-Region, Genitalbereich und bei Säuglingen auch Kopf und Fußsohlen. Durch Kratzen entstehen zusätzlich Kratzspuren und es kann zu bakteriellen Superinfektionen kommen. Die Diagnose erfolgt klinisch und kann durch mikroskopischen Nachweis der Milben, Eier oder Kot gesichert werden. Die Behandlung erfolgt mit antiparasitären Medikamenten. Am häufigsten wird Permethrin-Creme verwendet, die auf den gesamten Körper aufgetragen und nach acht bis zwölf Stunden abgewaschen wird. Die Behandlung sollte nach einer Woche wiederholt werden. Alternativ kann Ivermectin als Tablette eingenommen werden. Wichtig ist die Mitbehandlung aller Haushaltsmitglieder und engen Kontaktpersonen. Kleidung und Bettwäsche sollten bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Bei Auftreten von Krätze in Gemeinschaftseinrichtungen besteht Meldepflicht.
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