Genitalherpes ist eine sexuell übertragbare Infektion, die durch Herpes-simplex-Viren verursacht wird. Meist ist der Typ 2 (HSV‑2) verantwortlich, aber auch Typ 1 (HSV‑1), der normalerweise Lippenherpes verursacht, kann die Genitalregion befallen. Die Übertragung erfolgt durch direkten Haut- oder Schleimhautkontakt beim Geschlechtsverkehr, aber auch bei Oralsex. Besonders ansteckend ist die Infektion, wenn sichtbare Bläschen vorhanden sind, aber auch ohne Symptome kann das Virus übertragen werden. Nach der Erstinfektion verbleibt das Virus lebenslang in den Nervenganglien und kann immer wieder reaktiviert werden. Die Erstinfektion verläuft oft schwerer als spätere Ausbrüche. Nach einer Inkubationszeit von zwei bis zwölf Tagen treten zunächst Kribbeln, Brennen oder Schmerzen in der Genitalregion auf. Dann bilden sich gruppierte, schmerzhafte Bläschen auf gerötetem Grund an Penis, Vulva, Vagina, Gebärmutterhals, Anus oder den umliegenden Bereichen. Die Bläschen platzen auf und hinterlassen schmerzhafte Geschwüre. Zusätzlich können Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und geschwollene Lymphknoten in der Leistengegend auftreten. Das Wasserlassen kann sehr schmerzhaft sein. Die Abheilung dauert zwei bis drei Wochen. Rezidive treten bei etwa 50 Prozent der Infizierten auf, meist ausgelöst durch Stress, Krankheit, Menstruation oder Immunschwäche. Diese Rezidive verlaufen in der Regel milder und heilen schneller ab. Die Diagnose erfolgt klinisch und kann durch einen Abstrich aus den Bläschen mit Virusnachweis mittels PCR gesichert werden. Auch eine Blutuntersuchung auf Antikörper ist möglich. Eine Heilung ist nicht möglich, da das Virus lebenslang im Körper verbleibt. Die Behandlung zielt auf Symptomlinderung und Verkürzung der Ausbrüche ab. Antivirale Medikamente wie Aciclovir, Valaciclovir oder Famciclovir sollten bei ersten Anzeichen eingenommen werden und verkürzen die Dauer und Schwere der Symptome. Bei häufigen Rezidiven kann eine dauerhafte Suppressionstherapie sinnvoll sein. Während eines Ausbruchs sollte auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden. Kondome reduzieren das Übertragungsrisiko, bieten aber keinen vollständigen Schutz.
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