Ein Hämangiom, umgangssprachlich Blutschwamm genannt, ist ein gutartiger Tumor der Blutgefäße, der besonders häufig im Säuglings- und Kleinkindalter auftritt. Etwa fünf bis zehn Prozent aller Säuglinge entwickeln ein Hämangiom, wobei Mädchen häufiger betroffen sind als Jungen. Die meisten Hämangiome sind bei Geburt noch nicht vorhanden, sondern entwickeln sich in den ersten Lebenswochen. Sie zeigen sich als leuchtend rote, erhabene Knoten auf der Haut oder als bläuliche Schwellung, wenn sie tiefer liegen. Die Ursache liegt in einer gestörten Entwicklung der Blutgefäße, wobei die genauen Mechanismen noch nicht vollständig geklärt sind. Risikofaktoren sind Frühgeburtlichkeit, niedriges Geburtsgewicht und weibliches Geschlecht. Hämangiome durchlaufen typischerweise drei Phasen: eine Wachstumsphase in den ersten sechs bis zwölf Lebensmonaten, eine Stabilisierungsphase und schließlich eine spontane Rückbildung, die sich über mehrere Jahre erstreckt. Etwa 50 Prozent der Hämangiome sind bis zum fünften Lebensjahr verschwunden, 70 Prozent bis zum siebten Lebensjahr. Die meisten Hämangiome sind harmlos und benötigen keine Behandlung. Eine Therapie ist jedoch notwendig, wenn sie lebenswichtige Funktionen beeinträchtigen, etwa in der Nähe von Augen, Nase oder Mund, wenn sie ulzerieren oder sehr groß werden. Die erste Wahl der medikamentösen Therapie ist Propranolol, ein Betablocker, der das Wachstum stoppt und die Rückbildung fördert. Alternativ können Lasertherapie oder in seltenen Fällen eine operative Entfernung erfolgen. Die Prognose ist generell ausgezeichnet, und die überwiegende Mehrzahl der Hämangiome bildet sich vollständig oder nahezu vollständig zurück.
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