Die Dermatitis herpetiformis Duhring ist eine chronische, blasenbildende Autoimmunerkrankung der Haut, die eng mit der Zöliakie verbunden ist. Sie betrifft etwa 10 bis 20 Prozent der Menschen mit Glutenunverträglichkeit und tritt meist zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr auf, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Die Erkrankung entsteht durch eine Immunreaktion gegen Gluten, ein Protein in Weizen, Roggen und Gerste. Dabei bildet der Körper Antikörper, die sich in der Haut ablagern und dort eine Entzündungsreaktion auslösen. Die Krankheit zeigt sich durch stark juckende, brennende Bläschen und Papeln, die symmetrisch angeordnet sind. Bevorzugte Stellen sind die Streckseiten der Ellenbogen und Knie, Gesäß, Schultern, Nacken und Kopfhaut. Der Juckreiz ist oft so stark, dass die Bläschen aufgekratzt werden, bevor sie richtig sichtbar sind. Dadurch entstehen Krusten und Kratzspuren. Die Symptome treten in Schüben auf und können über Jahre bestehen. Die Diagnose erfolgt durch eine Hautbiopsie aus gesunder Haut neben einer betroffenen Stelle. In der direkten Immunfluoreszenz zeigen sich typische Ablagerungen von IgA-Antikörpern an der Basalmembran. Zusätzlich werden Blutuntersuchungen auf spezifische Antikörper und eine Dünndarmbiopsie zum Nachweis einer Zöliakie durchgeführt. Die wichtigste Behandlung ist eine lebenslange streng glutenfreie Ernährung. Dies führt meist nach Monaten zu einer deutlichen Besserung der Hauterscheinungen und verhindert auch die Darmschädigung der Zöliakie. Zur schnellen Symptomlinderung wird das Medikament Dapson eingesetzt, das den Juckreiz und die Blasenbildung effektiv unterdrückt. Die Prognose ist bei konsequenter glutenfreier Diät gut. Ohne Behandlung besteht ein erhöhtes Risiko für Lymphome und andere Komplikationen der Zöliakie.
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