Chlamydien-Infektionen gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen weltweit. Sie werden durch das Bakterium Chlamydia trachomatis verursacht und betreffen vor allem junge, sexuell aktive Menschen zwischen 15 und 25 Jahren. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich beim ungeschützten Geschlechtsverkehr, egal ob vaginal, anal oder oral. Auch bei der Geburt kann die Infektion von der Mutter auf das Neugeborene übertragen werden. Besonders tückisch ist, dass etwa 70 bis 80 Prozent der infizierten Frauen und 50 Prozent der Männer keine oder nur leichte Symptome haben. Daher bleibt die Infektion oft lange unbemerkt, wird aber trotzdem übertragen. Bei Frauen können vermehrter Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen, Zwischenblutungen oder Unterbauchschmerzen auftreten. Bei Männern zeigen sich Ausfluss aus der Harnröhre, Brennen beim Wasserlassen oder Hodenschmerzen. Unbehandelt kann eine Chlamydien-Infektion schwerwiegende Folgen haben. Bei Frauen kann sie zu Entzündungen der Eileiter und Eierstöcke führen, was Verwachsungen und Unfruchtbarkeit zur Folge haben kann. Auch Eileiterschwangerschaften treten häufiger auf. Bei Männern kann eine unbehandelte Infektion zu Nebenhodenentzündungen und im schlimmsten Fall zu Unfruchtbarkeit führen. Die Diagnose erfolgt durch einen Abstrich oder Urintest, bei dem das Bakterium mittels PCR nachgewiesen wird. Die Behandlung ist einfach und effektiv mit Antibiotika, meist Azithromycin als Einmalgabe oder Doxycyclin über sieben Tage. Wichtig ist, dass auch der Partner oder die Partnerin mitbehandelt wird, um eine Wiederansteckung zu vermeiden. Während der Behandlung sollte auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden. Kondome schützen zuverlässig vor einer Ansteckung und sollten konsequent verwendet werden.
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