Botulinumtoxin gegen Migräne: Hilfe bei chronischen Kopfschmerzen

Wer regel­mäs­sig unter Migrä­ne lei­det, der weiss, wie sehr die­se den All­tag ein­schrän­ken kann. Beruf­lich wie pri­vat. Betrof­fe­ne beschrei­ben die meist sehr star­ken Kopf­schmer­zen als pochend, oft ein­sei­tig, beglei­tet von Licht­emp­find­lich­keit, Übel­keit oder Schwin­del. Das exak­te “Schmerz­bild” ist indi­vi­du­ell ver­schie­den. Tre­ten die Kopf­schmer­zen an meh­re­ren Tagen pro Monat auf, spre­chen wir von einer chro­ni­schen Migrä­ne. Klas­si­sche Schmerz­mit­tel stos­sen hier häu­fig an ihre Gren­zen. Ein viel­ver­spre­chen­des The­ra­pie­kon­zept ist Botulinum.

 

Wenn Migräne chronisch wird

Wir spre­chen von chro­ni­scher Migrä­ne, wenn an min­des­tens 15 Tagen im Monat Kopf­schmer­zen auf­tre­ten, davon an min­des­tens 8 Tagen mit den typi­schen Migrä­ne­sym­pto­men. Migrä­ne ist eine Erkran­kung, die das Schmerz­emp­fin­den selbst und die Ver­ar­bei­tung von Ner­ven­rei­zen beeinflusst.

 

Betrof­fe­ne berich­ten nicht sel­ten, dass die Medi­ka­ti­on nicht aus­rei­chend wirkt, schlecht ver­tra­gen wird oder lang­fris­tig kei­ne sta­bi­le Bes­se­rung bringt.

 

Wie Botulinum bei Migräne wirkt

Sie ken­nen Botu­li­num­to­xin viel­leicht aus der ästhe­ti­schen Medi­zin? In der Swiss Der­ma Cli­nic in Zürich behan­deln wir zum Bei­spiel Fal­ten oder her­ab­hän­gen­de Augen­brau­en mit der mus­kel­ent­span­nen­den Sub­stanz (mehr hier­zu). Dar­über hin­aus wird der Wirk­stoff erfolg­reich in der Neu­ro­lo­gie ein­ge­setzt – und dies schon seit vie­len Jahren.

 

Der Wirk­me­cha­nis­mus? Die­ser ist ein voll­kom­men ande­rer als der klas­si­scher Schmerz­mit­tel. Botu­li­num­to­xin blo­ckiert die Frei­set­zung bestimm­ter Boten­stof­fe an den Ner­ven­enden, die an der Schmer­z­wei­ter­lei­tung betei­ligt sind. Die Über­ak­ti­vi­tät der schmerz­ver­mit­teln­den Ner­ven­bah­nen wird abgeschwächt.

 

Wich­tig: Schmer­zen wer­den nicht weg­ge­drückt, die Reiz­über­tra­gung inner­halb des Ner­ven­sys­tems wird beruhigt.

 

Ein Blick auf die Behandlung

Die The­ra­pie erfolgt in fest defi­nier­ten Area­len im Kopf‑, Nacken- und Schul­ter­be­reich. Botu­li­num­to­xin wird in sehr klei­nen Men­gen in bestimm­te Mus­kel- und Ner­ven­re­gio­nen ein­ge­bracht. Ähn­lich einer Unter­sprit­zung mit fei­nen Nadeln und inner­halb weni­ger Minu­ten. Eine Betäu­bung ist in der Regel nicht nötig – Aus­fall­zei­ten fal­len eben­falls nicht an.

 

Die Wir­kung von Botu­li­num­to­xin setzt nicht sofort ein, sie ent­wi­ckelt sich kon­ti­nu­ier­lich über ein bis zwei Wochen.

 

Für wen ist die Behandlung geeignet?

Botu­li­num­to­xin ist nur zur Behand­lung chro­ni­scher Migrä­ne zuge­las­sen. Nicht zur Behand­lung der gele­gent­li­chen oder der epi­so­dischen Migrä­ne. Die wich­tigs­te Vor­aus­set­zung ist damit eine ent­spre­chen­de Dia­gno­se durch einen Neurologen.

 

 

Wich­ti­ge Rege­lun­gen: Botu­li­num­to­xin bei chro­ni­schen Kopfschmerzen

 

Der Ein­satz von Botu­li­num­to­xin bei chro­ni­scher Migrä­ne unter­liegt strengs­ten Rege­lun­gen und erfor­dert immer eine fach­ärzt­li­che Dia­gno­se und Beur­tei­lung durch einen Neu­ro­lo­gen. Beson­ders häu­fig pro­fi­tie­ren Per­so­nen mit vie­len Migrä­ne­ta­gen pro Monat, bei denen pro­phy­lak­ti­sche The­ra­pien nicht aus­rei­chend wir­ken, und die Pro­ble­me mit medi­ka­men­ten­be­ding­ten Neben­wir­kun­gen haben.

Das Risi­ko von Neben­wir­kun­gen ist bei fach­ärzt­li­cher Anwen­dung sehr gering. Mög­lich sind klei­ne, vor­über­ge­hen­de Ein­blu­tun­gen im Bereich der Ein­stich­stel­len. In eini­gen Fäl­len kann eine loka­le Druck­emp­find­lich­keit oder ein Span­nungs­ge­fühl im behan­del­ten Bereich auftreten.

 

Botulinumtoxin: Teil eines ganzheitlichen Konzeptes?

Migrä­ne ist kom­plex. Die Behand­lung mit Botu­li­num­to­xin ersetzt nicht auto­ma­tisch ande­re Mög­lich­kei­ten, statt­des­sen ist die­se Teil eines indi­vi­du­el­len Gesamt­kon­zep­tes. Hier­zu gehö­ren zum Beispiel:

  • das Anpas­sen des Lebensstils
  • weni­ger Stress, weni­ger Migräne-Auslöser
  • beglei­ten­de Medikamente
  • Sport oder Entspannungstechniken

 

Botu­li­num­to­xin kann eine wirk­sa­me Behand­lungs­mög­lich­keit sein, wenn Sie nach­weis­lich unter chro­ni­scher Migrä­ne lei­den. Die Behand­lung ist kei­ne Sofort­lö­sung, son­dern ein Ansatz, der auf lang­fris­ti­ge Vor­beu­gung ange­legt ist. Ob sich die­ser auch für Sie eig­net, kann nur im Rah­men einer fach­ärzt­li­chen Bera­tung beur­teilt werden.

 

 

Botulinumtoxin – kurz erklärt

Botu­li­num­to­xin ist ein seit vie­len Jah­ren bewähr­ter medi­zi­ni­scher Wirk­stoff. Er kann vor­über­ge­hend bestimm­te Ner­ven­im­pul­se dämp­fen und auf die­se Wei­se über­ak­ti­ve Mus­keln ent­span­nen. Schmerz­lei­ten­de Rei­ze wer­den reduziert.

In der Migrä­ne­the­ra­pie beru­higt das Mus­kel­re­lax­ans über­emp­find­li­che Ner­ven, die an der Ent­ste­hung chro­ni­scher Kopf­schmer­zen betei­ligt sind.

Die Wir­kung von Botu­li­num­to­xin ist zeit­lich begrenzt und voll­stän­dig rever­si­bel. Der Wirk­stoff wird vom Kör­per nach eini­gen Mona­ten wie­der abge­baut. Die Behand­lung gehört in erfah­re­ne ärzt­li­che Hän­de und setzt eine umfang­rei­che fach­ärzt­li­che Dia­gnos­tik voraus.

 

 

FAQ

Wann macht eine Migrä­ne­be­hand­lung mit Botu­li­num­to­xin Sinn?

Die­ser Ansatz rich­tet sich an Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten mit chro­ni­scher Migrä­ne (mind. 15 Kopf­schmerz­ta­ge pro Monat über einen Zeit­raum von min­des­tens 3 Mona­ten). Die Vor­aus­set­zun­gen sind eine fach­ärzt­li­che (neu­ro­lo­gi­sche) Dia­gno­se und eine vor­her­ge­hen­de Behand­lung mit klas­si­scher Medikation.

 

Wie schnell setzt die Wir­kung von Botu­li­num­to­xin bei Migrä­ne ein?

Der Wirk­stoff ist ein Mus­kel­re­lax­ans, das nicht unmit­tel­bar schmerz­lin­dernd wirkt, wie zum Bei­spiel ein Schmerz­mit­tel. Die­ses wirkt prä­ven­tiv und beein­flusst die Akti­vi­tät schmerz­lei­ten­der Ner­ven. Die Wir­kung baut sich nach der Injek­ti­on schritt­wei­se über einen Zeit­raum von etwa zwei Wochen auf und hält cir­ca 3 Mona­te an. Ein ein­zel­ner aku­ter Anfall lässt sich mit Botu­li­num­to­xin nicht behan­deln. Für eine sta­bi­le Ver­bes­se­rung sind regel­mäs­si­ge Behand­lun­gen in fes­ten Abstän­den sinnvoll.

 

Muss die Behand­lung dau­er­haft durch­ge­führt werden?

Eine dau­er­haf­te Behand­lung ist nicht zwin­gend not­wen­dig. Vie­le Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten pro­fi­tie­ren über eine gewis­se Zeit von der The­ra­pie und benö­ti­gen die­se dann nicht wei­ter, da sich der Zustand sta­bi­li­siert hat. Wie­der ande­re Betrof­fe­ne benö­ti­gen die Behand­lung nur pha­sen­wei­se. Was sinn­voll ist, hängt vom indi­vi­du­el­len Ver­lauf der Migrä­ne ab.

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